Heute vor 10 Jahren, was hast du da gemacht? Ich glaube, der 11.09.2001 ist einer der wenigen Tage – wenn nicht sogar der einzige – an den man sich an jede Minute des Tages erinnern kann.
Was habe ich gemacht – ? Sohnemann war gerade 4 Monate alt, lag friedlich auf der Krabbeldecke und brabbelte vor sich her. Morgens waren wir noch beim Arzt, er hatte einen Soor. Ich wuselte so in meinem Haushalt rum, als das Telefon klingelte und mein Bruder sagte, ich solle schnell den TV einschalten. Was ich da sah, war kaum zu glauben. Mein Bruder sagte, dass ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen sei. Ich schaltete gerade ein, als das zweite Flugzeug einschlug und fragte ihn, ob das ne Wiederholung sei. Aber nein, es war unfassbare Realität. 
Ich stand wie gelähmt vor dem TV, konnte nicht glauben, was ich da sah. Unfassbar, als die Menschen aus den hoch gelegenen Stockwerken sprangen. Gar nicht vorstellbar, wie jemand freiwillig aus dieser Höhe zu springt. Aber vielleicht dachten die Menschen damals auch, ich hab eh keine Chance und so weiß ich wenigstens, wie ich sterbe. 
1997 waren wir das erste Mal in den USA, unter anderem auch in New York. Wir standen damals vor den ewig großen Türmen des World Trade Center und versuchten, die Ungetüme auf das Foto zu bekommen. Von unserem Standort direkt vor den Türmen keine Chance. Und als dann die Türme nacheinander einstürzten, ging ich auch fast mit in die Knie. Wie kann so etwas Großes, unendlich erscheinendes so schnell in sich einstürzen?
Ich blieb wie gefesslt vorm TV. Eigentlich hätte ich noch in die Apotheke gemusst, die Medizin für Sohnemann war nicht vorrätig. Ich konnte einfach nicht weg. Irgendwann bin ich dann aber doch schnell gefahren.
Da fällt mir ein, dass ich an dem Tag das erste Mal bei der Polizei angerufen habe. Warum? Auf dem Weg zur Apotheke habe ich gesehen, dass ein Mann sich mit einem Draht an einem Auto an der Scheibe zu schaffen machte. Das habe ich gemeldet. Was da aber war und ob die Polizei je dort war, ich weiß es nicht. 
Sicher etwas, an das ich mich nicht erinnern würde, wenn es an einem normalen Tag gewesen wäre.
Im Juni 2010 waren wir ja wieder in New York. Und klar, wir standen auch vor Ground Zero. Aber so unglaublich es klingt, aber direkt an Ground Zero hat mich das nicht betroffen gemacht. Es lag sicher daran, dass dort eine Großbaustelle ist, alles von Bauzäunen abgetrennt ist. Das wirkliche „Loch“ war da ja gar nicht mehr. Um so ergreifender war jedoch der Besuch ein paar Straßen weiter in dem „Museum“ von 9/11. Die Räumlickeiten nicht mehr als eine mittelgroße Modeboutique, ausgestellt mit Bildern. Bildern mit schmerzverzerrten Gesichtern, Hilfesuchende, Verzweifelte. Je mehr ich mir dort die Bilder ansah, so nah an dem Geschehnissen, desto mehr schnürrte es mir die Kehle zu, kamen mir die Tränen. Dann sah ich den Feuerwehrhelm in der Glasvitrine und ich musste einfach nur raus aus dem „Museum“. Es ging einfach nicht, zu ergreifend war der Moment. Sogar mein Mann ging mit raus.  Ich fand, der Besuch dort war viel ergreifeneder als der Blick auf die Großbaustelle am Ground Zero. 
Auch heute saß ich wieder vorm TV, habe mir die Bilder und Dokumentationen angeschaut und immer wieder ist es so unfassbar, so unreal.
In Gedenken an die Opfer das „Lied des Tages“

Hoffen wir, dass sich so etwas nie wieder wiederholt!

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\ 9/11 AMERICA \
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/ \ NEVER FORGET!!!
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